Sonntag, 19. Mai 2019

Augenoperation Celesia

Hilfe für die an einer Augenverletzung leidenden 13 jährigen Celesia aus Janela, Insel Santo Antao

Projektstart: März 2005
Vertragspartner: AMIPAUL Liga der Freunde von Paul, vertreten durch Jose Manuel Silva Pires Ferreira und ASA
Unterstützer:

Universität Ulm / Augenklinik                                                    Dr. Klaus Koch, Giengen / Brenz
Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Augenabteilung, Radiologie
Dr. Andres Fidalgo, Medicentro Mindelo

Sachstand: Das Mädchen wird am 27.08.2005, in den Sommerferien 2005, mit einer Begleitperson nach Deutschland kommen und am 29.08.2005 der Uniklinik Ulm zur Behandlung vorgestellt. Die Augenklinik wird das Mädchen untersuchen und dann die Art der notwendigen Operation festlegen. Die kapverdische Fluggesellschaft TACV, die das Monopol auf den Kapverden hält, hat eine Unterstützung bzw. einen Rabatt für Celesia abgelehnt. Der Generalmanager ließ uns wissen, dass Humanitäre Projekte bei der TACV keine Priorität haben!!
Nach dem Artikel am 17.07.2005 in der Sonntagszeitung der HZ gewährte das TACV Flugbüro in München am 20.07.2005 einen Rabatt von 4 % auf den Flugpreis.

Am 02.09.2005 wurde Celesia in der Augen- / Uni- Klinik Ulm operiert. Es musste ihr das rechte Auge komplett entfernt werden, um die Sehkraft des linken Auges dauerhaft zu sichern.
Am 06.10.2005 wurde ihr im "Institut für künstliche Augen" in Nürnberg eine Augenprothese eingepasst. Und am 08.10.2005 trat sie den Heimweg nach Cabo Verde an.

Nachuntersuchung
Am 07. April 2006 traf Celesia in Begleitung unseres Bootsbauers Günther Trams in München ein.
Bei der Nachuntersuchung in Ulm wurde ein optimaler Heilungsverlauf festgestellt und in Nürnberg wurde ihr von Herrn Rauch jun., Institut für künstliche Augen, die endgültige Augenprothese eingesetzt.
Fröhlich und mit neuem Selbstwertgefühl trat sie am 21 April 2006 die Rückreise nach Cabo Verde an.


Zeitungsbericht in der Heidenheimer Sonntagszeitung vom 16.10.2005
(!Ungueltiger Link!)Spendenaufruf
Celesias Wohnviertel
Celesia mit Vater, Stiefmutter und das sechste Geschwisterchen
Celesia mit neuem Mut
im Steiff - Museum in Giengen
Celesia und Herr Rauch jun., Institut für künstliche Augenin Nürnberg
Celesia und Herr Preissing im BMVg in Bonn
Herr Rudo begleitet Celesia zur TACV Maschine am Flughafen in München
am Rhein vor der Burg Pfalz bei Kaub

Celesia beim kapv. Botschafter, S.E. Jorge Tolentino Arauju, in Berlin

 

Update 15.03.2008
Celesia, die am 25. Dezember 2007 in Frankfurt eintraf, hat wieder eine Augenprothese.
Ihre Prothese war im September 2007 zerbrochen, sie behalf sich mit dem Provisorium. Da die Eltern die Scherben entsorgten, konnte keine Prothese nach Muster gefertigt werden.
Herr Rauch jun. vom „Institut für künstliche Augen“ in Nürnberg, kam extra in den Weihnachtsferien in seinen Betrieb und fertigte ihr ein wunderschönes Kunstauge, welches man von ihrem eigenen nicht unterscheiden kann, an. Celesia betrachtete sich im Spiegel und fiel Herrn Rauch vor Freude und Dankbarkeit um den Hals. Auch wir bedanken uns beim „Institut für künstliche Augen“ für diese nicht selbstverständliche Hilfe in den Weihnachtsferien. Für alle Fälle fertigte Herr Rauch eine zweite Prothese an die nun in Nürnberg als Muster aufbewahrt wird.
Anlässlich einer Besprechung im Auswärtigen Amt in Berlin am 07.01.2008, bei der wir den Länderreferenten von Westafrika und Brasilien einen Überblick über unsere Tätigkeiten im vergangenen Jahr und über geplante Tätigkeiten im Jahr 2008 gaben, konnte Celesia sogar ganz offiziell ein deutsches Ministerium besuchen. Darüber war sie mächtig stolz.
Den Abschluss in Berlin bildete ein Besuch bei der Familie Hollender. Herr Hollender war bis zu seiner Erkrankung unser Dolmetscher für die portugiesische Sprache und ist ihr ein „erklärter Freund“. Mit schicken Sachen aus dem Kleiderschrank von der Enkelin der Familie machten wir uns auf den Heimweg. In Lutherstadt Wittenberg übernachteten wir, wie immer bei Berlinterminen, bei meinen Verwandten und versäumten es nicht, wieder einen Stadtrundgang, diesmal mit Besuch des Riemer - Museums, zu unternehmen.
Am 11.01.2008 erfolgte dann der Rückflug nach Cabo Verde. Von unserem Vertrauten wurde Celesia in Sal empfangen, selbiger leitete die Weiterreise ein. Bereits am 12.01.2008 war sie wieder in Santo Antao bei ihrer Oma. Seit einem halben Jahr wohnt sie dort und geht auch in diesem Bezirk zur Schule. Wie wir meinen, eine kleine Verbesserung ihrer Situation.


Eine glückliche Celesia mit neuer Augenprothese

Update 02.04.2010
Im Rahmen unserer Fürsorgepflicht besuchte der 1. Vorsitzende, Herr Wolfgang Hundt, unsere ehemalige Augenpatientin auf Santo Antao.
Celesia, nun 18 Jahre alt, hat im Oktober 2009 einen kräftigen und gesunden Jungen zur Welt gebracht. Aus dem kleinen Mädchen von damals ist eine ausgewachsene Frau geworden, und die Augenprothese muss neu angepasst werden.
Da uns unser Dolmetscher aus Santo Antao, Herr Aldevino Lopes, über Probleme von Celesia mit ihrer Augenprothese berichtet hatte, fertigte der Okularist, Herr Uwe Rauch aus Nürnberg, nach der Form der hinterlegten Ersatzprothese eine weitere Prothese an.
Diese Prothese überreichte Herr Hundt am 20.03.2010 Celesia. Die Prothese passte, doch muss sie nachgearbeitet, bzw. neu gefertigt werden, weil Celesia kräftiger gewachsen ist als angenommen.
In Absprache mit dem Okularisten wird Celesia Ende dieses Jahres nach Deutschland reisen und eine neue exakt angepasste Prothese erhalten.

Celesia mit Sohn Marcel

 

Update 15.09.2018

Ende Januar 2018 erhielten wir aus Sal die Nachricht, dass Celesia große Schmerzen an ihrem in 2005 operierten Auge hat und schon zweimal deswegen stationär im Inselkrankenhaus war.
Da wir nichts Weiteres wussten, baten wir die ortsansässige Augenärztin schriftlich, Celesia zu untersuchen und FHF e.V. das Untersuchungsergebnis mitzuteilen.
Die Bezahlung ihrer Leistung sicherte FHF e.V. zu.
Doch die Ärztin wollte nur Bargeld und lehnte die Behandlung von Celesia in ihrer Klinik ab.
Anfang Februar baten wir Celesia deshalb, sich einen neuen Reisepass ausstellen zu lassen. Dazu sendeten wir ihr ein entsprechendes Schriftstück für die passausstellende Behörde auf Sal zu, mit der Bemerkung, „dass es sich um einen medizinischen Notfall handelt“.
Die Auskunft war, mindestens 4 – 6 Wochen Wartezeit, weil die elektronischen Pässe in Portugal angefertigt werden müssen.
Ihre Augenschmerzen verstärkten sich, aus der Augenhöhle trat Eiter aus und die Augenumgebung schwoll an. Aufgrund dessen konnte sie nicht zur Arbeit ins „Hotel Riu Funana“ gehen (Sie arbeitet dort als Servicekraft).
Sie rief uns erneut an, weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz hatte.
Auf der Passstelle wurde sie vertröstet mit den Worten „du musst warten wie die anderen auch.
Nun ging Celesia wöchentlich zur Passstelle und fragte nach ihrem Pass, jedes Mal wurde sie vertröstet und weggeschickt.
Zwischenzeitlich verbrachte sie immer wieder eine Nacht im Inselkrankenhaus wegen ihrer Schmerzen.
Am 21. Mai teilte ihr die Polizistin der örtlichen Passstelle mit, dass sie keinen Pass erhält, sollte sie noch einmal kommen und nerven!
Das war ein Punkt, bei dem FHF e.V. nun eingreifen und die Öffentlichkeit, sowie auch die europäische Diplomatie informieren musste. Zusätzlich wurde auch das kapverdianische Ministerium für ausländische Angelegenheit eingeschaltet.
Um Celesia nicht der Willkür einer Polizeibeamtin auszusetzen, begleitete sie fortan die Leiterin des Kinderhilfswerkes „terra bora“ bei ihren Vorsprachen auf der Passstelle.
Am Abend des 25.Mai erhielt FHF e.V. aus dem kapv. Ministerium eine eine PDF des neuen Passes von Celesia (Pass ohne Elektronik für Notfälle). Am 29 Mai konnte FHF e.V. dann für Celesia einen „Aufenthaltstitel für medizinische Behandlung in Deutschland“ per PDF ins Ministerium nach Praia übermitteln.
Mit Hilfe von TUIfly wurde ein Flug für Celesia von Sal nach Stuttgart am 07. Juni 2018 gebucht.
Doch dann der nächste Schlag, der Pass von Celesia traf nicht wie versprochen in Sal ein.
Eine Suche nach dem Pass begann, war er doch in einem Briefumschlag mit anderen Pässen auf dem Dienstweg nach Sal geschickt worden.
Dann am 05.07.2018, zwei Tage vor Abflug, wurde er in Praia am Flughafen in der Schreibtischschublade der Leiterin der Flughafenpolizei gefunden.
Nähere Angaben möchten wir jetzt nicht machen.

Am Abend des 07. Juni traf Celesia am Stuttgarter Flughafen ein.
Nun begannen sofort am nächsten Tag die geplanten und vorbereiteten Untersuchungen im BWK Ulm und bei unseren Ärzten.
Wie sich bei den Untersuchungen herausstellte, hatte Celesia an ihrem rechten Auge in der Orbita eine Entzündung bakterieller Art und an der Augenumgebung (Lid) ein Hagelkorn (Virus)! Eine schlimme Konstellation die auch tödlich enden oder irreparable Hirnschäden auslösen kann.

Dann trat ein weiteres Problem auf.
Der Okularist, Herr Rauch aus Nürnberg, er hatte Celesia die ganzen Jahre vorbildlich mit Augenprothesen versorgt, verletzte sich an der Schulter und musste stationär im Krankenhaus behandelt werden.
Durch Vermittlung des Bundeswehrkrankenhauses (BWK) Ulm half der Okularist Conny Neumann in Ulm aus und passte ihr am 19. Juni eine neue Augenprothese an.

Zu ihrem weiteren Leben mit einer Augenprothese erhielt Celesia von den Augenärzten wichtige Verhaltensregeln in Richtung Hygiene, die speziell auf ihre Arbeit im Service Bereich eines großen Hotels auf Sal basierten.
Am 22. Juni flog sie ab München nach Sal zurück.

Unser Dank gilt allen mithelfenden Ärzten, die monatelang Termine vorgehalten hatten und diese immer wieder verschieben mussten. Auch den Ärzten großen Dank, die in die Presche sprangen, um ihre ausgefallenen Kollegen vorbildlich zu vertreten und so den Erfolg für Celesias Behandlung komplettierten.

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Celesia mit neuer Augenprothese

 

 

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