Sonntag, 19. Mai 2019

Notoperation für Maria Arlinda Monteiro

Netzhautablösung am linken operierten Auge

Projektstart: September 2010
Vertragspartner: Private Unterstützer aus Mindelo / Sao Vicente, Cabo Verde
Unterstützer: Augenärzte im Basteicenter Ulm
(Ambulante Operationen Gemeinschaftspraxis)
Bundeswehrkrankenhaus Ulm (BWK Ulm), Augenabteilung
Ilse-Fernholz-Küster Stiftung, Hannover
Ärzte und Apotheker aus den Reihen von FHF e. V.
Sachstand: Die am 26. April 2007 im Basteicenter operierte Maria Arlinda Monteiro (siehe Projekt „ Augenoperation Maria Arlinda “) droht zu erblinden, am operierten Auge hat sich die Netzhaut gelöst - dieser Notruf erreichte uns am Abend des 20.09.2010.
Sofort nahmen wir Kontakt mit unseren Partnern in Cabo Verde auf, um uns kundig zu machen und eine Rettung für das Augenlicht von Maria Arlinda zu organisieren.

Nach unseren Recherchen klagte Maria Arlinda Ende April 2010 über Probleme beim Sehen. Am 29.04.2010 wurde sie von einer jungen Augenärztin in Mindelo untersucht, es wurde keine Schädigung am Auge festgestellt, allerdings verschrieb die Ärztin ihr eine Brille. Die Behandlungskosten und die Brille wurden durch eine Partnerorganisation von FHF e.V. bezahlt.
Am 27. August 2010 reiste Maria Arlinda, nach über fünfzehn Jahren Abwesenheit, gemeinsam mit ihrer Schwester, sie bezahlte auch die Reise, auf ihre Heimatinsel Santo Antao.
Auf der Rückreise am 12. September verschlechterte sich ihre Sehkraft erneut und sie bat bei ihren Unterstützern um Hilfe, doch keiner konnte / wollte ihr helfen.
Da sie kein Geld für eine Untersuchung hatte, sammelte ihre Nachbarschaft die 2 000 Escudos (ca. 18,00 €) die bei einer Untersuchung fällig werden, und ein Nachbar brachte sie am 15. September zur Augenärztin. Diese erkannte sofort was passiert war und bestellte Maria Arlinda für den nächsten Tag zwecks weiterer Untersuchungen in die Klinik. Die Untersuchungen wurden am 17.09.2010 fortgesetzt. Die Ärzte erklärten ihr, sie solle bis zur Klärung der Angelegenheit in der Klinik bleiben, Maria Arlinda lehnte ab, weil sie zuhause ihre Kinder versorgen müsse und ließ sich wieder nach Hause bringen.
Sie wurde für Montag, den 20.09.2010, erneut in die Klinik bestellt. Dort erklärte man ihr, dass sie eine Netzhauablösung hätte, die dringend operiert werden müsse. Allerdings sei dies in Cabo Verde nicht möglich, sie soll wieder nachhause gehen, sich ins Bett legen und nichts arbeiten. Man versprach Frau Arlinda für den nächsten Tag einen Anruf zur Klärung ihrer Situation, doch dieser Anruf blieb am Dienstag aus.
Am Montagabend erhielten wir bereits den o. a. Notruf aber von einer unserer Organisation nahe stehenden Augenärztin aus Praia, die uns um Hilfe für Maria Arlinda bat.

Zusammen mit unseren Partnern in Cabo Verde und Deutschland stellten wir sofort einen Rettungsplan für Maria Arlinda auf. Termine für Flug, medizinische Versorgung und Operation in Deutschland standen bereits am Dienstag fest. Nun gab es mit der Ausstellung des Schengen - Visums für diesen Notfall einige Zuständigkeitsschwierigkeiten. Letztendlich wurde in Zusammenarbeit mit den deutschen, französischen, englischen und kapverdischen Behörden eine Lösung gefunden.
Fast scheiterte alles, als ein kapverdischer Passbeamter Frau Monteiro ohne Visum nicht ausreisen lassen wollte. Alle Beteuerungen seitens unserer Partner, dem TUI Personal vor Ort und die vorgelegten offiziellen Papiere konnten den Mann nicht umstimmen. Sein Chef, der Polizeikommandant von Sal, hatte ganz schlicht und einfach vergessen, seine Beamten über diesen Fall zu unterrichten.
In letzter Verzweiflung konnte jetzt nur noch das Militär des „2. Regiment Militär“ aus Espargos helfen und die Soldaten, in medizinischen Dingen erfahren, taten dies auch.
Fünfzehn Minuten nach der planmäßigen Abflugzeit hob die TUI Maschine mit Frau Monteiro an Bord ab und landete kurz nach 23.00 Uhr in Frankfurt. Unser Dank gilt hier dem Flugkapitän.
In Frankfurt wurde Frau Monteiro, kaum noch sehend, zur zuständigen und vorinformierten Polizeiwache gebracht und von uns in Empfang genommen. Freundliche und kompetente Beamte stellten sofort ein Visum aus und um 4.00 Uhr des neuen Tages waren wir in Syrgenstein. An dieser Stelle dürfen wir uns ganz herzlich bei den Nachbarn von Maria Arlinda bedanken, die, genau so arm wie sie, zusammengelegt haben und Maria Arlinda den Besuch bei der Augenärztin ermöglicht haben. Ganz besonders bedanken wir uns bei unserer Dolmetscherin, Frau Francisca Döllner, sie hat es geschafft, innerhalb eines Tages alle notwendigen Reisepapiere und andere Dokumente für Maria Arlinda zu besorgen. Bei jedem Konsul in Mindelo hat sie vorgesprochen und um Hilfe gebeten. Sie hat Maria Arlinda in Ihrer Wohnung geholfen, sich auf die Reise vorzubereiten, am 22.09.2010 zum Flugplatz gebracht und dafür gesorgt, dass sie während des Fluges nach Sal betreut und weitergeleitet wird. Ihr gebührt unsere Hochachtung. In der Wohnung von Fam. Monteiro 2009, v.l.n.r. unsere Dolmetscherin Frau Francisca Döllner, Maria Arlinda mit Tochter und Sohn Frau Dr. Scheffler und Frau Maria Arlinda Monteiro bei der Nachkontrolle im BWK
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